Ulm erinnert mich an Damaskus

Multikultour-Guide Mustafa Alia im Fokus

 

Portrait von Mustafa Alia (Quelle: Mustafa Alia)

Steckbrief

1973 bin ich in Syrien geboren, bin Muslim, verheiratet und habe einen Sohn. In Deutschland wohne ich seit 2016. Ich spreche Arabisch, Deutsch und Englisch. Als Multikult(o)ur-Guide lade ich Sie herzlich ein auf eine kleine Reise vom Ulmer Münster, als „Zeugnis des freiheitlich-demokratischen Denkens“, über die Bibliothek, „dem Kristall des Wissens“, bis hin zum Donauschwabenufer und zur Neuen Straße. Ich möchte Ihnen auf der Tour gerne zeigen, dass Migration fester Bestandteil der Ulmer Stadtgeschichte ist.

 

Das Fischerviertel erinnert mich an Damaskus

Der Münsterplatz ist immer noch mein Lieblingsort in Ulm. Damals, 2016, an meinem ersten Tag in Ulm, war ich sehr überrascht, als ich sehr viele internationale Menschen auf dem Münsterplatz sah und es war besonders schön, u.a. meine Muttersprache Arabisch zu hören.

Am dem gleichen Tag bin ich zum Fischerviertel gelaufen, was mir sofort sehr gut gefallen hat. Die Blau, die alten Häuser, die vielen kleinen Gassen: ich hab mich da sofort fast wie zuhause in meiner Heimatstadt Damaskus gefühlt. Dort gibt es sehr viele alte Gebäude, zum Teil 2.000 Jahre alt, enge Gassen, schöne Cafés. Damaskus ist eine der ältesten kontinuierlich bewohnten Städte der Welt. Genau wie in Ulm scheint dort jedes Haus eine eigene Geschichte zu erzählen.

 

(Quelle: Stadt Ulm)

Von Donauschwaben und Freizeitsportlern

Zum Erholen und neue Energien auftanken gehe ich persönlich sehr gerne an das Donauufer. Im Rahmen der Multikult(o)ur besuchen wir das Donauschwabenufer, um auf die Geschichte der Donauschwaben und ihre Auswanderung hinzuweisen. Heute fasziniert mich an dem Ort das fließende Wasser, die Menschen, die Sport treiben, die kleinen Schiffe, die Natur, die frische Luft – es tut einfach gut, sich dort aufzuhalten. Da fühle ich mich sehr wohl.

Die Rechnung bitte! – Getrennt oder zusammen?

Es gab immer wieder Situationen, in denen ich mit Kulturschock-Momenten konfrontiert wurde. Mir sind so einige kuriose Sachen passiert, aber an eine Situation erinnere ich mich besonders gut: Eines Tages waren mein Kumpel und ich in Ulm Kaffee trinken und dann kam die Kellnerin und fragte uns, ob wir zusammen oder getrennt zahlen wollen. Ich konnte es überhaupt nicht verstehen! In meiner Kultur wird die Rechnung immer zusammen bezahlt und erst danach wird untereinander geklärt, wie diese aufgeteilt werden soll. Auch als ich das erste Mal im Supermarkt war, wusste ich nicht, dass man eine Plastiktüte kaufen muss, mittlerweile nehme ich immer meine eigene Einkaufstasche mit.

Die Koordinierungsstelle Internationale Stadt

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Damaskus, Syrien