Bildungsmigration und Migration Hochqualifizierter

Migration Hochqualifizierter

Viele Menschen migrieren nach Ulm, um sich schulisch, akademisch oder beruflich weiterzubilden. Bei der akademischen Qualifikation stehen natürlich gleich die heutigen großen Institutionen – die Universität Ulm und die Hochschule Ulm – im Raum. Allerdings begannen diese Ausbildungswanderungen schon Anfang der 1950er Jahre mit der Gründung der Hochschule für Gestaltung auf dem Kuhberg, die als internationales Zentrum für Design weltweit hohes Ansehen genoss. Dies schlägt sich auch in den Zahlen nieder, denn der Anteil der Studierenden mit ausländischen Wurzeln an der HfG betrug von der Gründung im Jahr 1953 bis zur Schließung 1968 über 43 %. Der Großteil davon kam aus der Schweiz, gefolgt von den USA und Japan. Insgesamt lernten an der HfG Studenten aus 39 Nationen.

 

Natürlich regte auch die Gründung der Uni   Ulm und der FH bzw. der Hochschule Ulm verstärkt die Migration von internationalen Studierenden an, so dass der Anteil von ausländischen Studierenden in den letzten Jahren bei ca. 14–16 % betrug. Des Weiteren verfolgt z. B. die Uni aktiv eine Internationalisierungsstrategie, die darauf ausgelegt ist, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern durch weltweite Vernetzungen weitere Forschungsmöglichkeiten zu verschaffen.

 

 

Doch nicht nur im Bereich Bildung und Forschung, sondern auch im wirtschaftlichen Bereich zog Ulm internationale Fachkräfte an, die seit dem Jahr 2000 mit der sogenannten „Green Card“ die Lücke an Arbeitskräften im IT-Sektor füllen sollten. Ein Erfolg war die Green Card, die 2004 auslief, in Ulm nicht unbedingt: Auch ein Jahr nach ihrer Einführung besaßen in der gesamten Region Ulm nur 39 Personen diese Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis, was einerseits am Platzen der Dotcom-Blase lag und andererseits waren die großen IT-Unternehmen, die sogenannten „Global Player“, schon international vernetzt und hatten schon ihre eigene Infrastruktur zur Rekrutierung von Fachkräften etabliert und waren auf die Green Card nicht angewiesen. 2012 folgte dann die sogenannte Blue Card, die jetzt europaweit gilt und nicht mehr auf IT-Berufe begrenzt ist.

 

Aktenvermerk der HfG-Leitung, wer von den ausländischen Studierenden noch am “deutsch-kurs” teilnehmen muss. (Quelle: Museum Ulm/HfG-Archiv)