„Meine indischen Wurzeln haben mich immer geprägt“

„Einer meiner Lieblingsorte ist der Interkulturelle Garten am Safranberg.“
Ansuria
* Eldoret, Kenia

Meine indischen Wurzeln und meine indische Kultur haben mich immer geprägt und ich habe sie bis heute bewahrt. Ankommen in Ulm war nicht einfach. Mein Mann bekam hier seine erste Stelle und ich mit einem kleinen Kind, ohne Wohnung in Ulm, pendelte zwischen Ulm und Bochum.“ Mein Mann, der in Bochum aufgewachsen ist, hat es schwerer mit dem Schwäbischen als ich. Die Altstadt, das Fischerviertel, die Donau – nach und nach haben wir uns doch sehr mit Ulm angefreundet. Wir haben nette Menschen kennengelernt. Ich habe angefangen, an der vh Ulm und der Familienbildungsstätte Kochkurse zu geben und das macht mir Spaß. Im Charivari haben wir viele Jahre das indische Lichterfest organisiert. Das kam gut an. Das war eine sehr glanzvolle Zeit, die wir beide sehr genossen haben. Die Frauen-Akademie zieht mich immer wieder an – ich nehme an ihren Programmen regelmäßig teil. Im Bürgerhaus leite ich eine Kreativ-Werkstatt. Die DZM-Projekte sind sehr lehrreich, auch hier habe ich sehr nette Menschen kennengelernt. Im Sommer ist der Interkulturelle Garten mein zweites Zuhause. Das ist ein sehr idyllischer Garten auf dem Safranberg, wo ich mit anderen gemeinsam pflanze, ernte, tolle Gespräche führe und mich wohlfühle. Unsere Tafel ist immer voll mit leckeren interkulturellen Gerichten. Alles in allem ist Ulm wunderschön.

„Seit 46 Jahren mein treuer Begleiter.“

 

Mein Gegenstand ist das Kochbuch in Gujarati, meiner Muttersprache. Ich habe es 1972 von einer Freundin in Kenia bekommen. Leider lebt sie nicht mehr. Umso wichtiger ist das Buch für mich. Am Anfang war es irgendwo in der Schublade und dann war es immer mehr im Einsatz.

Ich habe schon sehr früh angefangen zu kochen. Als kleines Mädchen durfte ich meiner Mutter helfen und später, als die Mutter tot war, habe ich meinem Vater geholfen. Später in Deutschland habe ich öfter das Kochbuch in die Hand genommen und etwas daraus zubereitet. Seit ich mich für das Kochen interessiere und Kurse gebe, wird das Kochbuch immer wieder gebraucht. Obwohl es in meiner Muttersprache geschrieben ist und nur ich es lesen kann, ist es mir sehr wichtig und ich gebe es nicht her. Ich möchte es nicht durch ein in Deutsch geschriebenes Kochbuch ersetzen.

Im Sommer mache ich sehr aufwändige Gerichte, aber das macht mir Spaß. Meine Familie in England und mein Sohn und meine Enkelkinder sind stolz auf mich. Früher habe ich erst mit Mutter, später mit Vater gekocht und heute koche ich mit meinem Sohn und ab und zu mit unseren Enkelkindern. Sie alle lieben indisches Essen. Leider können sie nicht nach dem Kochbuch kochen, weil es in Gujarati geschrieben ist und sie es nicht lesen können.

„Meine indischen Wurzeln haben mich immer geprägt“
Eldoret, Kenia