2018 – Ulm lebt seine Vielfalt

Das Buch Migration nach Ulm von Tobias Ranker in der AUslage der Stadtbibliothek. Quelle: Stadt Ulm.

Das im Rahmen des Forschungsprojekts entstandene Buch von Tobias Ranker „Auf dem Weg zur internationalen Stadt. Migration nach Ulm seit 1946“ wurde am 30.01.2018 im Haus der Stadtgeschichte der Öffentlichkeit vorgestellt.

Ausstellungserweiterung im Stadtarchiv

Angelehnt an die thematische Herangehensweise des Buches hat das Stadtarchiv Ulm seine Dauerausstellung im Haus der Stadtgeschichte um das Thema der Migrationsgeschichte erweitert. Im Rahmen der Buchpräsentation wurden eine neue Ausstellungsvitrine mit wechselnden Themen zur Migrationsgeschichte sowie eine Hörstation mit Zeitzeugenberichten vorgestellt.

Ulm is(s)t international – Live-Talkshow und Verkostung
An sechs ganz besonderen Abenden wurden die Gäste der Talkshow nicht nur mit internationalen Köstlichkeiten verwöhnt, sie konnten auch die Betreibenden unterschiedlicher Restaurants und ihre Geschichten kennenlernen. Je nach Gastgeber bzw. Gastgeberin und Herkunftsland sorgten entsprechende kulturelle Beiträge und Zusatzgäste dafür, dass jeweils ein facettenreicher, interkultureller und amüsanter Abend entstand. Eingeladen wurde ins Matroschka (russisch), Adega (portugisisch), Yamas (griechisch), Schillergarten (türkisch), Shamilar (indisch-pakistanisch) und zum Abschluss in die Ulmer Markthalle mit einem multikulturellen Mix aus eritreischer, italienischer, türkischer, mexikanischer und vietnamesischer Küche. Moderiert wurden die Talkshows von Stefanie Klee-Castellanos. Alle Veranstaltungen waren ausverkauft. Die einzelnen Sendungen wurden mit einem Kamerateam aufgezeichnet und sind hier und über YouTube öffentlich abrufbar.

Volles Halle – viele genießen den internationalen Abend.

Unser Ulmer Weg – Interkulturelle Stadtspaziergänge
Unter dem Motto “Multikultour erleben” führten seit März 2018 internationale Guides als authentische Zeitzeugen durch Ulm. Die speziell ausgebildeten Guides schildern nicht nur ihr ganz persönliche Sicht auf Ulm, sondern zeigen, durch historische und kulturelle Aspekte, die Hintergründe die Ulm zu der internationalen Stadt gemacht haben, die sie heute ist. Auf migrationnachulm.de stellen sich die Guides mit ihren Geschichten kurz vor.

Home is where the heart is – Partizipatorisches Kunstprojekt von Konstantin Felker
Im Rahmen der Ausstellung “Warum Kunst?“ erschuf der Künstler Konstatin Felker (*1980) in partizipatorischer Herangehensweise raumfüllende Skulpturen unter dem Titel „Home is where the heart is“. Neben einem multikulturellen Hochhaus entstand unter anderem sein sogenanntes „Integrationswerk“. Dieses konnte bis zum 7. Oktober 2018 in der Kunsthalle Weishaupt erlebt werden.

Foto: Henry M. Linder

 

Dialoge – Theaterperformance von Teatro International
Im Rahmen des Projekts zur Migrationsgeschichte konnte zum einem die Wiederaufnahme des Stücks „Andernorts“ im Haus der Stadtgeschichte finanziert werden, bei der die Ulmer Migrationsgeschichte im Mittelpunkt steht. Zum anderen konnte mit Mitteln aus dem Projekt die neueste Produktion mit dem Titel „Dialoge“ realisiert werden. Im Museum Ulm erforschte das Teatro International für dieses Stück spielerisch den Raum zwischen Kunstwerken und Betrachter und nahm dabei stets Bezug zu den individuellen Lebenswegen und interkulturellen Betrachtungsweisen. Die Vorführungen waren stets ausverkauft.

Songs of Gastarbeiter – ein kommentierter Auflegeabend mit dem Kollektiv AYKU
Am 10. Oktober 2018 ging es im Roxy Ulm um die popkulturelle Seite der Migrationsgeschichte. Das Künstlerduo AYKU (Autor Imran Ayata und Künstler Bülent Kullukcu) präsentierte beim “Kommentierten Auflegen” die Musik der Gastarbeiter in Kombination mit Filmsequenzen, Fotocollagen, Geschichten und Anekdoten. Zum ersten Mal zeigte Imran Ayata das Programm in seiner Geburtsstadt Ulm und beleuchtete vor ca. 50 Zuschauern ebenso informativ wie unterhaltsam somit auch die popkulturelle Seite der lokalen Migrationsgeschichte.

 

Window to the West – Das Amerikahaus wird wiederbelebt
In Zusammenarbeit mit den Machern des “Gummibaum-Projekts” wurde für einen Veranstaltungstag das Amerika-Haus in der Frauenstraße wiederbelebt. Neben dem Original-Schriftzug an der Hausfassade eines Ladenlokals lud auch das mit Erinnerungsstücken ausgestattete Schaufenster zu Austausch und Diskussion rund um das Thema Amerikaner in Ulm in den „Sound Circus“ ein.

Herzuas. Temporäre Migration. – Veranstaltungsreihe im Kunstverein Ulm
Migration im Sinne von sich bewegen, ohne der klaren Perspektive an einem Ort eine neue Heimat zu finden, untersuchte die sechsteilige Veranstaltungsreihe im Kunstverein Ulm. Zu dem Thema gab es Künstlergespräche, eine Künstlerresidenz, eine Comic-Lesung, zwei Konzerte und eine Aktion, bei der die beteiligte Künstlerin zu einem Zeichennachmittag auf das Dach des Universum-Centers einlud. Die entstandenen Arbeiten wurden im Rahmen der Jahresgabenausstellung im Kunstverein Ulm ausgestellt. Begleitet wurde die Veranstaltungsreihe durch Blogbeiträge von Katharina Ritter, Leiterin des Kunstvereins Ulm.

Foto: Martina Strilic

Zeitzeugengespräche
Wachsende Bedeutung in den Communities von Zugewanderten selbst gewinnen Zeitzeugengespräche, die das Lebenswerk der Zugewanderten der ersten Generation würdigen und einen meist heiter-nachdenklichen Rückblick auf das Erreichte wie auch offen gebliebene Wünsche geben. Seit Erscheinung der Publikation zur Migrationsgeschichte im Januar 2018 gab es unterschiedliche Zeitzeugenveranstaltungen. Teilweise wurden diese Gespräche extern als öffentliche Veranstaltung organisiert (z.B. Zeitzeugengespräch am 01.03.2018 mit deutschen Heimatvertriebenen und (Spät-) Aussiedlern aus dem östlichen Europa im Donauschwäbischen Zentralmuseum), teilweise übernahmen Vereine die Initiative wie z.B. der HDB Ulm/Neu-Ulm im Rahmen der diesjährigen Deutsch-Türkischen Wochen, teilweise waren es aber auch vereinsinterne Gesprächsrunden.