Migration verbindet

Im internationalen Forum „Migration verbindet“ arbeiten Zugewanderte mit dem Donauschwäbischen Zentralmuseum zusammen und gestalteten ein lebendiges Museum. Sie nehmen Museumsexponate unter die Lupe, entlocken ihnen erstaunliche Geschichten und erwecken sie zum Leben. Für ihr aktuelles Projekt „Koffergeschichten” betrachteten sie eigene Gegenstände genauer – liebgewordene Dinge, die die TeilnehmerInnen bei ihrem Ankommen in Ulm begleiteten. Die folgenden Texte entstanden in einer Schreibwerkstatt mit Tine Mehls und Leni Perenčević. Die Fotos machte Sarah Belgomri. Finde heraus, welche Geschichten ihre Gegenstände erzählen!

„Es dauert noch…“
Anna Schneider | 22.11.18 | Migration verbindet

Leni *Bad-Mergentheim, Deutschland Mein Ankommen in Ulm war ein Prozess, besser gesagt: ist es noch. Mein Mann lebte weiterhin in Freiburg, als ich hier eine Stelle antrat. Und Freiburg war meine Heimat. Dort waren meine Freunde, meine Lieblingsecken, mein Lieblingsbäcker, mein Mann, meine Hobbys. In Ulm habe ich „nur“ gearbeitet. Weil ich etwas chaotisch veranlagt […]

Die Poetin, die Deutschland liebte
Anna Schneider | 30.10.18 | Migration verbindet

Vera * Tscherkassy, Ukraine   Da in den 1990-er Jahren das Leben in Russland wegen des wachsenden Nationalismus und der Kriminalität für uns und unsere Kinder gefährlich geworden war, hatten wir vor, aus Russland auszuwandern. Wir konnten ein Einwanderungsland wählen und haben die Entscheidung getroffen, nach Deutschland zu gehen. Wir waren realistisch eingestellt und wussten, […]

Löwenzahn-Botschaften
Anna Schneider | 22.10.18 | Migration verbindet

Alojzija * Zenica (Jugoslawien) „Die Natur macht nichts vergeblich“ (Aristoteles)   Mein Land gibt es nicht mehr. Ende. Mir blieb nur der fünfzackige rote Stern von Papas Militärmütze. Ein liebes Symbol. Erniedrigt und voller Verzweiflung nach vier langen Kriegsjahren, teilt sich mein Leben in ein Vorher und ein Nachher. Patriotin. Gezwungenermaßen verlasse ich mein erfülltes […]

„Meine indischen Wurzeln haben mich immer geprägt“
Anna Schneider | | Migration verbindet

Ansuria * Eldoret, Kenia Meine indischen Wurzeln und meine indische Kultur haben mich immer geprägt und ich habe sie bis heute bewahrt. Ankommen in Ulm war nicht einfach. Mein Mann bekam hier seine erste Stelle und ich mit einem kleinen Kind, ohne Wohnung in Ulm, pendelte zwischen Ulm und Bochum.“ Mein Mann, der in Bochum […]

„Mein Ankommen in Ulm“
Anna Schneider | | Migration verbindet

Franz * Jahrmarkt/Giarmata, Rumänien Nachdem die schwere Endscheidung – gehen oder bleiben – getroffen war, sind auch wir vom sogenannten „Deutschlandfieber“ befallen worden. Gefühlt ist beinahe täglich ein Nachbar oder Arbeitskollege, den man jahrelang kannte, nicht mehr da gewesen. Manche haben das Land mit Ausreisepapieren ganz legal verlassen. Andere sind einfach heimlich über die grüne […]

„Ich bin den umgekehrten Weg gegangen…“
Anna Schneider | | Migration verbindet

Edina * Prijedor (Jugoslawien, heute Bosnien und Herzegowina) Ich bin von Natur aus sehr optimistisch, geduldig und anpassungsfähig, aber meine ersten zehn Jahre Aufenthalt in Ulm waren die schwersten nach dem Krieg. Wir wussten nicht, ob wir in Deutschland bleiben dürfen und fürchteten uns jeden Tag und jede Nacht, dass die Polizei zu uns kommt […]

„Ankommen in Ulm an der Donau!”
Anna Schneider | | Migration verbindet

  Franz * Obrovac, Serbien Nach 13 Jahren Ankunft in Deutschland war ich endlich am Ziel meines „Traumberufes“, wie ich meine Zeit als Lehrer an Berufsschulen im Laufe der Jahre genannt habe. Die 13 Jahre mit Spurenwechsel waren sehr aufregend und abwechslungsreich, aber immer ein Provisorium mit entsprechendem Wohnungswechsel und Quartier in Untermiete. Wie ich […]

„Heimat ist für mich…“
Anna Schneider | 19.10.18 | Migration verbindet

  Sarah *Ulm, Deutschland Ich wurde in Ulm geboren, daher habe ich keine so spannende Ankunftsgeschichte wie die anderen der Gruppe. Ich hatte immer, von klein auf, einen Bezug zu Ulm, obwohl ich die ersten fünf Jahre meines Lebens in Neu-Ulm gelebt habe. Heimat ist für mich dort, wo meine Familie ist, die zwar größtenteils […]